"Sehr gutes Zweitrestaurant des besternten Gotthardt‘s"
Geschrieben am 26.03.2025 2025-03-26 | Aktualisiert am 26.03.2025

"Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt"
Geschrieben am 02.11.2024 2024-11-02 | Aktualisiert am 02.11.2024

"Mehr als ein Imbiss - Kann man machen"
Geschrieben am 19.10.2024 2024-10-19 | Aktualisiert am 19.10.2024

"vietnamesische Küche"
Geschrieben am 11.06.2024 2024-06-11

"Feiner Grieche mit gepfefferten Preisen!"
Geschrieben am 31.08.2023 2023-08-31

"Enges Restaurant, Terrasse mit Moselblick – Küche solide"
Geschrieben am 30.08.2023 2023-08-30

"Großzügige Anlage mit geschütztem Innenhof zum Verweilen mit gut gekühltem Weißwein und bodenständiger Küche"
Geschrieben am 27.08.2023 2023-08-27

"Absolut urig – Eine Pflichteinkehr für Wein und zünftiges Essen dazu!"
Geschrieben am 26.08.2023 2023-08-26

"Kalter Riesling und zünftige Küche an der Rheinpromenade"
Geschrieben am 25.08.2023 2023-08-25

"Verwöhn-Momente"
Geschrieben am 25.05.2022 2022-05-25 | Aktualisiert am 25.05.2022

"Sehr gutes Essen, der optische Eindruck täuscht"
Geschrieben am 14.11.2021 2021-11-14

"Nicht wirklich besonders"
Geschrieben am 20.06.2020 2020-06-20

"Leckeres Essen mit bitterem "Nachgeschmack""
Geschrieben am 16.02.2020 2020-02-16

"Erfolgreiche Übernahme eines Wallersheimer Traditionshauses"
Geschrieben am 27.09.2019 2019-09-27 | Aktualisiert am 27.09.2019

"Anspruchsvoll auch an einem Montagabend"
Geschrieben am 09.09.2019 2019-09-09

"Ein Menü von Sebastian Franke macht Spaß"
Geschrieben am 06.04.2019 2019-04-06 | Aktualisiert am 06.04.2019

"Beste Cordon Bleu und Super frische Pizza und Salat"
Geschrieben am 13.08.2018 2018-08-13

"Einer der besten Biergarten. Im Winter tolles Restaurant"
Geschrieben am 13.08.2018 2018-08-13

"Katastrophe beim Testessen MINUS Sterne wären hier möglich! Schlimmer geht immer !!"
Geschrieben am 13.08.2018 2018-08-13

"Endlich mal wieder: Stilvolle und feine Frischeküche im Restaurant Müller"
Geschrieben am 03.04.2017 2017-04-03 | Aktualisiert am 04.11.2018

Ein Tisch war unproblematisch zu buchen; an diesem Abend hatten die drei jungen und sehr jungen Kräfte im Service etwa 20 Couverts zu bewältigen. Das taten sie freundlich, engagiert und ohne Fehl und Tadel, auch wenn wir beobachten konnten, dass der eine oder andere Wunsch unsererseits zu heftigem Getuschel führte. Aber die Schwarmintelligenz hat alles hinbekommen. Bravo!
Das Ambiente zeugt wie das ganze Hotel von aktuellem Design, wertiges Holzmobiliar, bequem gepolsterte Stühle, die Farbakzente zwischen den dominierenden Braun- und Grautöne setzten. Im hinteren Bereich mehr Lounge mit einen dicken grauen Teppichboden, bestimmen im vorderen Bereich - vielleicht als Verbeugung vor der Fährhaus-Historie - Holzdielen im Bootsdeck-Look den Eindruck. Nicht ungemütlich, aber auch etwas austauschbar. Letztlich ein gehobener Frühstücksraum, sieht man von den großen Rauchglausgloben der Deckenlampen ab.
Die schöne Terrasse war natürlich noch im Winterschlaf, den Blick auf die Lichter der anderen Moselseite überließ ich meiner Begleitung.
Mit dem Hintergedanken, nach dem Diner noch die Hotelbar auf den richtigen Spirit zu prüfen, beschränkten wir uns beim Aperitif auf einen weißen Portwein. Auch zum Essen blieben wir mit Sauvignon Blanc und Grauburgunder auf der leichteren Seite.
Abschluss und Höhepunkt bildete ein 30-jähriger Tawny Port von Grahams, der zwar nicht in der Karte verzeichnet war, den ein hanseatischer Zecher aber beim neugierigen Rundgang in einem verschlossenen Glasschrank entdeckt hatte.
Der famose Portugiese schloss den Kreis zum Aperitif ebenso elegant, wie wir uns in die besagte Hotelbar begaben und erst beim dritten Cocktail unsere Segel strichen, um den Landgang auf die Zimmer anzutreten.
Bis dahin hatten wir aus der erfreulich zurückgenommenen Karte vier Gänge genossen, die sich kulinarisch durchdacht und handwerklich weitgehend souverän auf die Teller gebracht herausstellten. Es wird ausschließlich à la carte angeboten.
Das Landgang setzt dabei auf eine klassische bürgerliche Küche mit französischen Wurzeln und guten, aber eben nicht Luxus-Produkten.
Als Appetithappen wurde uns ein zur Rose gedrehter Streifen geräucherter Saibling mit Ayran auf Kräuteröl spendiert, getoppt von einer gedörrten Zitronenzeste. Das war saftig, salzig und umami, das Raucharoma setzte sich immer wieder gegen die feine Milchsäure durch. Exzellenter Küchengruß.
Zuvor war schon ein frisch aufgebackenes Sauerteigbrot gebracht worden. Knusprige Kruste und ein offenbar lange geführter Teig - lecker, lecker. Die Butter hätte allerdings schon früher aus der Kühlung gekonnt. Was ich nicht ehrlicherweise nicht verstehe, denn, wenn die Gäste Platz genommen haben, kann das doch mit einem schnellen Griff erledigt werden. Egal.
Ins eigentliche Menü starteten wir maritim: Plattierte Garnele (kein bißchen wässrig) hatte eine überraschende Süße, die durch etwas Zitrone, vermutlich aus dem Basilikumöl, gut abgepuffert wurde. Für geschmackliche Fülle sorgte Poverade, die auch zu einer Artischocken-Crème verarbeitet war. Frittierte Olivenscheiben knusperten fein und sorgten mit der getrockneten Minitomate für einen mediterrane Akzente. Das Jahr ist noch jung, aber das wird sicher eine der besten Vorspeisen außerhalb der Sterneküche bleiben.
Der folgende Zwischengang hielt das Niveau locker. Zwei sanft angebratene soft-l‘y-laisse vommBio-Huhn in einem offenen Tortelloni, dessen feiner Teig mich ebenso begeisterte wie die nicht zu kräftige Sherrysauce. Zu Soulfood mutierte das Gericht durch Schaum von süßer weißer Zwiebel und viel Belper Knolle. Der Schweizer Hartkäse wurde großzügig frisch gehobelt, um dann schmelzend für gerade die richtige Molligkeit zu sorgen. Yummy!
Hauptgang war der Klassiker Coc au vin, hier ein unzerteiltes Sûpreme, vielleicht eine Winzigkeit zu trocken, aber dafür mit einer Schmorsauce vom feinsten, die durch auf den Punkt gekochte geschmacksvolle Gemüsewürfel, winterliche Knollen und Perlzwiebel aufgewertet wurde. Dem üppigen Ensemble hatte die Küche eine feine Kartoffel-Mousseline und mit Texturen von Champignons eine passende Erdigkeit mitgegeben. Passte perfekt zur Saison und an dieser Stelle des Menüs.
Perfekt - nämlich zur Erfrischung - war auch die cremige Nocke Mango-Sorbet, die mit einen Klecks Joghurteis und eine kleine Meringue ergänzt wurde.
Den Käse-Abschluss bestritten wohltemperiert Le Cabrissac (Ziegenkäse in Asche), cremiger Büffelmilchkäse, sehr reifer (Ich mag’s!) Tomme de Chatelard und ein unauffälliger, nicht näher bezeichneter Hartkäse. Dazu leicht karamellisierte Walnüsse, die ich dem Quitten-Chutney und Fruchtsenf vorzog. Auch sehr solide und, wie wir am nächsten Morgen überprüfen konnten, keineswegs identisch mit dem Angebot des Frühstück-Buffets.
Fazit: Das Landgang hat auf ganzer Linie überzeugt. Nicht nur uns, sondern auch Jürgen Dollase, der in seiner wöchentlichen Kolumne dem Restaurant das Denken der Spitzenküche bescheinigt. Dem professionellen Urteil schließe ich mich uneingeschränkt an.
Da die Rechnung nicht auffindbar ist, ausnahmsweise nichts zum PLV. Die Preise in der Karte sind, wen überrascht‘s gehoben. Für die gezeigte Leistung aber gern bezahlt.