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Den ersten Abend hatte Petra in einem Restaurant reserviert, auf dessen Besuch meine Frau und ich uns sehr freuten. Wie schon aus vielen Berichten bekannt, schlägt unser Herz für die Grand Nation, für das französische Savoir Vivre, die französische Küche und Gastronomie. Im Stadtteil Sülz findet sich ein solcher Ort, von dem ich in meiner münsterländischen Heimatstadt nur träumen kann. Für sowas braucht es mehr Einwohner und somit mehr potentielle Kundschaft als Rheine zu bieten hat. Aber wir sind ja mobil und fahren dann nach Münster, Osnabrück oder eben Köln. Kundig leiteten uns die beiden Tischnotizen durch den Kölner Nahverkehr zu diesem Haus.
Leider war es Mitte März noch zu kalt für den abendlichen Aufenthalt auf der Terrasse, siehe dazu den vorherigen Bericht von Tischnotizen. Wir begaben uns in den Brasserie-affinen Gastraum, unser Tisch für 10 Personen zog sich an der Wand zur Terrasse entlang. Die Atmosphäre gefiel mir jetzt schon, ungezwungen, aber perfekt agierender Service, dem über den Abend einfach keine Schwäche unterlief, obwohl wir mit unseren Bestellungen alles dafür taten, der Küche und dem Service eine Herausforderung zu bieten! Siehe dazu unsere Abrechnung am Ende des Abends.
Es wurde wild durcheinander bestellt, klassisch drei Gänge, vier Gänge, aber bitte nur aus den Vorspeisen, alles wurde möglich gemacht und ohne Fehl und Tadel an den Tisch serviert! Deswegen bei dieser Rezension schon früher als sonst ein großes Lob and Service und Küche für diese tadellose Leistung. Sie trug nicht unerheblich zu diesem wunderschönen Abend bei! Ich werde mich bei den Speisen auf die von mir gewählten Gerichte konzentrieren, für mehr war die Varianz einfach viel zu groß! Vielleicht gibt es ja noch weitere Berichte von meinen Tischgenossen. Die Küche stürzte uns mit ihrem Angebot in größte Entscheidungs-Schwierigkeiten! Vorpeisen:
Hauptspeisen:
Welcher gastronomische "Sadist" stellt solche Angebote zusammen und erwartet dann vom Kunden, daraus eine Auswahl zu treffen? Ich wollte alles, ohne Ausnahme, ich wollte nichts weglassen, aber musste einsehen, selbst nach einem 14 tägigem Fasten würde ich nicht alles verzehren können. Schweren Herzens schaffte ich es mich auf 3 Vorspeisen und ein Dessert einzuhegen! Aber mit viel kulinarischem Genießer-Schmerz! So begann ich mit Makrele-Grillgemüse-Hummusschaum-Romescosauce meinen Tanz durch die Karte der Brasserie Marie.
Ich bitte um Verzeihung für die bescheidene Fotoqualität, aber die Wohlfühlatmosphäre im Marie führt zu Lichtmangel bei Mobiles, die Fotos vom essen machen sollen. Makrele kommt einem ja nicht so oft unter in Restaurantkarten, besonders, wenn sie nicht geräuchert ist. Deswegen die Order von mir. Das Filet war gegrillt und vorher oder nachher recht sauer mariniert worden, was natürlich bei diesem fetten Fisch sehr hilfreich ist. Eingefangen wurde die Säure durch den Hummusschaum, der sich ausgleichend im Gaumen anmeldete. Etwas Schärfe durch die Romescosauce, und schon hatte man einen sehr ausgeglichenen Teller vor sich stehen. Ein ungewöhnlicher und sehr erfreulicher Einstieg in mein Abendessen. Gang zwei dann ein Klassiker der französischen Bistroküche.
Tatar Royal-getrüffelter Kartoffelschaum-Wachtelei-Kaviar war so klassisch, dass man da nicht mehr viel zu sagen braucht. Das ist einfach Handwerk, das es hier braucht! Geschnittenes Filet? Check! Wohltuendes Trüffelaroma im Schaum? Check! Wachsweiches Ei? Check! Kaviar gute Qualität? Check! Zwar war die Herkunft vom Kaviar nicht erklärt, aber die Jodigkeit und Salzigkeit fand sich im Geschmacks-Potpourri wieder. Das Gemüse obendrauf hat nicht gestört, es hätte mich aber auch nicht gestört, wäre es nicht da gewesen. Dieser Teller ist französische Küche, so wie ich sie mag und liebe! Ein Blick in die Tischrunde verriet auch bei den anderen Genussgenossen große Freude über deren Gerichte. Ich schloss den herzhaften Teil mit einem weiteren Klassiker ab.
Oeuf Cocotte-Flusskrebsschwänze-Morcheln-Röstbrot, Burgund(ische Küche) ich liebe dich! Auch wenn es mich persönlich in die Bretagne zieht, ich liebe auch den Rest Frankreichs. Für 2026 ist eine Wanderung über den Chemin de Grand Crus geplant. Dann werden meine Frau und ich uns von Santenay bis Dijon wandernd durch alle Genüsse des Burgund probieren. Das hier also schon mal ein kleiner, aber äußerst feiner Vorgeschmack. Mit seinen dichten Aromen, dem dicken Umami war das der angemessene Abschluss der herzhaften Gerichte. Ich traute mir noch ein Dessert zu.
Crème brûlée, was sonst in einer so erfreulich gut agierenden Brasserie! Nix drauf, nur gutes drin, so wie ich die vor mir stehen haben möchte, kam sie an den Tisch! Grand Finale eines wunderbaren Menüs! Ich war sehr glücklich mit meiner Speisenwahl.
Chapeau an das Küchenteam, auch wenn man im „Le Moissonnier“ seine Meriten erworben hat, auf diesem Niveau muss man das dann auch umsetzen! Großartig und Fabelhaft! Ich komme in jedem Fall wieder, bis ich alle Gerichte auf der Karte probiert habe!